|
Grundzüge der Soziologie II: Makrosoziologie |
Vorlesung - Sommersemester 2010
Inhalt: Die Soziologie wurde an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert als eine wissenschaftliche Disziplin begründet, die sich mit der Erforschung „der Gesellschaft“ und ihres Wandels beschäftigt. Soziologie als Makrosoziologie ist durch ihren überindividuellen Blick auf Gesellschaft und gesellschaftlichen Wandel gekennzeichnet. Sie widmet sich der Analyse makrosozialer Strukturen (wie Staat, Kapitalismus und Demokratie) und Prozesse (wie Differenzierung, Individualisierung oder Globalisierung) sowie Fragen der Transformation von Gesellschaften und Gesellschaftssystemen. Zugleich aber richtet sich der makrosoziologische Blick immer auch auf Formen und Mechanismen der Vermittlung von sozialen Strukturen und individuellem Handeln durch Institutionen, Organisationen und Kollektivitätskonstruktionen. Die Vorlesung führt in zentrale Begriffe, Konzepte und Theoreme der Makrosoziologie ein und versucht dabei so weit wie möglich die Anschlussfähigkeit der makrosozialen Analyse an mikrosoziologische Perspektiven zu wahren. |
|
Masterseminar - Sommersemester 2010 Inhalt: In aktuellen Debatten um den Zustand und die Zukunft der demokratisch-kapitalistischen Gesellschaft wird immer wieder „die Mitte“ angerufen: mal suchen die politischen Parteien diese zu „besetzen“, mal vor dem Übergriff des Steuerstaats zu retten; mal wird sie als Gravitationszentrum des Sozialen gerühmt, mal ihr massenhafter Absturz ins gesellschaftliche Abseits beschworen. Das Seminar wird sich der „Mitte“ auf unterschiedliche Weisen annähern: sozialhistorisch und sozialphilosophisch, sozialstruktur- und diskursanalytisch. „Die Mitte“, das unbekannte, aber offenkundig so bedeutsame gesellschaftliche Wesen, soll dabei schärfere Konturen erhalten – wenn es nicht, was genauso wahrscheinlich ist, unter dem Druck soziologischen Zugriffs zerbröselt. Wir werden sehen. |
|
|
Die Planung der Gesellschaft |
Masterseminar - Sommersemester 2010 Inhalt: In bemerkenswertem Gegensatz zur normativen Planungs- und Steuerungsresignation soziologischer Forschung und Theoriebildung erleben politischer Planungswille und politische Steuerungsphantasie in der „wirklichen Welt“ derzeit eine ungeahnte Renaissance. Von der internationalen Klimapolitik über die „Lissabon-Agenda“ der Europäischen Union bis hin zur wettbewerbspolitischen Sorge um den nationalen Bildungs-Familien-Fertilitäts-Komplex sind die Anstrengungen systematischer Zukunftsgestaltung offenkundig. Das Seminar beleuchtet zum einen die – möglicherweise gegenüber früheren Phasen politischer „Planungseuphorie“ veränderten – Mechanismen heutiger gesamtgesellschaftlicher Planung. Und zum anderen fragt es danach, in welcher Beziehung die aktuelle Planungskonjunktur zu gängigen sozialwissenschaftlichen Diagnosen der Gegenwart als eines individualistischen und „postpolitischen“ Zeitalters steht. |
|
|
Gesellschaftsdiagnostik und Gesellschaftskritik |
Kolloquium - Sommersemester 2010 Inhalt: „In Zeiten der Krise des Kapitalismus steht ein Akt der Erneuerung an, eine kollektive wissenschaftliche Anstrengung: die Rückkehr der Kritik in die Soziologie“ – so heißt es auf dem Buchrücken des gemeinsam mit den Kollegen Klaus Dörre und Hartmut Rosa verfassten Bandes „Soziologie – Kapitalismus – Kritik“. Das Kolloquium soll dazu dienen, an der gesellschaftskritischen Wiederbelebung der Soziologie – vor Ort und im Kleinen – mitzuwirken. |
|
|
Masterstudium Soziologie in Jena |
|
Lesen Sie unsere Selbstdarstellung in Heft 1/2009 der Zeitschrift Soziologie. |
|
|
Prof. Dr. Stephan Lessenich - Institut für Soziologie - FSU Jena |