Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Soziologie
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laufendes Semester
Arbeit als soziologische Schlüsselkategorie?
Seminar (MA) – Sommersemester 2016 

Inhalt: Mitte der 1980er Jahre waren viele Sozialwissenschaftler/innen der Überzeugung, dass die Arbeitsgesellschaft nicht nur in einer Strukturkrise stecke, sondern womöglich gar an ihr historisches Ende gelangt sei. Arbeit, so hieß es damals häufig, sei nicht länger das strukturierende Zentrum des individuellen und gesellschaftlichen Lebens - und daher auch keine Schlüsselkategorie soziologischer Gegenwartsanalyse mehr. Während sich das „Ende der Arbeitsgesellschaft“ empirisch als eine offensichtliche Fehldiagnose erwies, hat die soziale Tatsache der Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten als strukturierendes Zentrum soziologischer Analyse in der Tat an Bedeutung verloren. Die Veranstaltung zielt auf eine Wiederbelebung des soziologischen Sinns für die gesellschaftliche Zentralität der Arbeit und nimmt wichtige Tendenzen ihres gegenwärtigen Wandels in den Blick.
 
Spätkapitalismus, Postdemokratie, Neoliberalismus: Politische Soziologie der Krisendeutungen
Seminar (BA) – Sommersemester 2016 

Inhalt: Krisendiagnosen sind (mal wieder) schwer angesagt. Ihre Attraktivität besteht in der plakativen Deutung aktueller politischer Tendenzen. Genau darin besteht allerdings auch ihr Problem. Häufig werden einmal in der Diskussion etablierte Deutungen gar nicht mehr hinterfragt, sie beginnen ein Eigenleben zu führen und werden als gegeben hingenommen. So ist etwa die unwiderstehliche Allgegenwart des „Neoliberalismus“ selbstverständlich, der sich ganz offenbar überall durchgesetzt hat und von dem anscheinend alle infiziert sind - außer merkwürdigerweise diejenigen, die jeweils über ihn sprechen. Ebenso ist die „Postdemokratie“ eine wie selbstverständlich kolportierte Deutung, die bei näherem Hinsehen schon weniger überzeugend erscheint. „Post-“, „Neo-“ oder auch „Spät-“ sind typische Vorsilben, die kombiniert mit einem allgemeinen und damit notwendig immer auch vieldeutigen sozialwissenschaftlichen Konzept wie Kapitalismus, Demokratie oder Liberalismus einen neuen, manchmal eben auch fragwürdigen Bedeutungsgehalt ergeben. Wie kommen solche Deutungen zustande? Warum sind sie so wirkungsmächtig? Wie setzen sie sich durch?
 


Prof. Dr. Stephan Lessenich - Institut für Soziologie - LMU München | Home arrow Lehre
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