Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Soziologie
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laufendes Semester
Projektion, Verdrängung, Verwerfung: Sozialpsychologie der Gegenwart
Seminar (MA) – Sommersemester 2017 [mit Paula Villa]

Inhalt: Es gab Zeiten, da war die Soziologie stark sozialpsychologisch geprägt - weite Teile etwa der frühen Kritischen Theorie zeugen davon. Heute hat sich diese Verbindung weitgehend gelöst, dabei schreien die Zeiten geradezu nach ihrer Wiederbelebung. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: In der zeitdiagnostisch ausgerufenen „Gesellschaft der Angst“ ist es zu einer der Grundfiguren des politischen Diskurses und der alltäglichen Wahrnehmung geowrden, die jeweils anderen als wahlweise fundamentalistisch, sexistisch, unzivilisiert, pervers, krank, hysterisch, populistisch, machtbesessen, realitätsenthoben... zu etikettieren. Dabei wird, mehr oder weniger explizit, das „Wir“, das „Eigene“, das „Selbst“ als positive Kehrseite des (vermeintlich) Anderen ko-konstruiert. In diesem theorieintensiven Seminar wollen wir sozialwissenschaftliche Analysen derartiger Grenzziehungen kritisch nachvollziehen und entlang empirischer Phänomene diskutieren. Es wird dabei um makrosoziologische Formen der Externalisierung ebenso gehen wie um affektive Dimensionen gruppenbezogener Differenzmarkierungen und subjektivierungsrelevante Formen der psychischen Verwerfung.
 
Politik mit der Sorge: Care-Arbeit zwischen Staat, Markt und Haushalt
Seminar (MA) – Sommersemester 2017 [Université de Fribourg]

Inhalt: Öffentliche Wohlfahrtsproduktion ist in den fortgeschrittenen demokratisch-kapitalistischen Wohlfahrtstaaten seit geraumer Zeit unter Finanzierungs- und Legitimationsdruck geraten. Über einen jahrzehntelangen Krisendiskurs und die politischen Prozesse einer Ökonomisierung des Sozialen vermittelt, regiert in den wohlahrtsstaatlichen Systemen sozialer Sicherung und Dienstleistungsproduktion ein struktureller Kosten- und Rationalisierungsdruck, verbunden mit Prozessen ihrer schrittweisen Öffnung für privatwirtschaftliche Akteure und Interessen. Zugleich ist eine anhaltende Diskreditierung der Bearbeitung „´sozialer Probleme“ durch staatliche Instanzen und öffentliche Träger im Gange, im Zuge derer die Effizienzvorteile marktförmiger Lösungen, die Zuschreibung privater Eigenverantwortlichkeiten und die normative Wertigkeit individueller Selbstbestimmung zunehmend selbstverständlich geworden sind. Im Kurs werden die Prozesse politischer Gewichtsverschiebung zwischen öffentlicher und privater Sicherung zunächst theoretisch-konzeptionell durchdrungen und mit Blick auf das wohlfahrtsstaatliche Care-Regime bzw. die Organisation gesellschaftlicher Sorgearbeit konkretisiert. Auf dieser Grundlage rückt sodann die (vergleichende) Analyse konkreter, nationaler bzw. lokaler Arrangemets der Care-Politik in den Blickpunkt, wobei insbesondere die transnationalen sozialen Verflechtungen im Feld der häuslichen Pflege Gegenstand analytischer Beobachtung und kritischer Diskussion sein sollen.
 


Prof. Dr. Stephan Lessenich - Institut für Soziologie - LMU München | Home arrow Lehre arrow laufendes Semester
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