Ludwig-Maximilians-Universität München
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referierte Zeitschriftenartikel
Is longevity a value for older adults?
in: Journal of Aging Studies 43, 2017, 46-52 [mit David J. Ekerdt, Catheryn S. Koss, Angel Li, Anne Münch und Helene H. Fung].

Zum Inhalt: Langlebigkeit ist nicht nur zur gesellschaftlichen Normalität, sondern auch zur sozialen Norm geworden: Wer wollte in der Gesellschaft des langen Lebens nicht lange leben? Wir haben im Rahmen einer großen qualitativ-empirischen Studie ältere Menschen in Deutschland, den USA und Hong Kong unter anderem daraufhin befragt, wie lange sie leben wollen - und warum. Die Antworten verweisen darauf, dass Menschen gerne ihr „drittes Alter“ bzw. ihre persönliche „gesunde Lebenserwartung“ verlängern wollen, auf ein langes „viertes Alter“ in - so die Vorstellung - Gebrechlichkeit und Abhängigkeit aber wenig Wert legen. Vielleicht kein überraschender Befund - aber ein interkultureller Beleg für die Existenz zweier Formen der Hochaltrigkeit, einer erwünschten und einer unerwünschten.
 
Appropriation, Activation and Acceleration
The Escalatory Logics of Capitalist Modernity and the Crises of Dynamic Stabilization, in: Theory, Culture & Society 34 (1), 2017, 53-73 [mit Hartmut Rosa und Klaus Dörre].

Zum Inhalt: Der berühmt-berüchtigte „Triple A“-Artikel - was natürlich nur etwas über den Inhalt und nicht über die Qualität desselben aussagt. Der Beitrag fasst das Generalargument unseres Kooperationsprojekts zu einer kritischen Soziologie der modernen, demokratisch-kapitalistischen Wachstumsgesellschaften zusammen. Und zwar in einer stark rosanen Färbung.
 
On impact factors and university rankings
From birth to boycott, in: Ethics in Science and Environmental Politics 13 (2), 2013, pp6 [mit Konstantinos I. Stergiou].

Zum Inhalt: The paper explores parallels in the birth, evolution and final „banning“ of journal impact factors (IFs) and university rankings (URs). Both IFs and URs have become important instruments for a diverse range of academic and higher education issues, and both have been heavily criticized by the scientific community in recent years. Maybe (and hopefully) the recent banning of IFs and URs by a series of academic stakeholders are the first steps in a process of self-reflection leading to the insight that higher education must urgently take control of its own metrics. - Der Beitrag ist Teil eines Schwerpunkthefts zum Thema „Global university rankings uncovered“ - zur Übersicht der Einzelartikel geht es hier, zur Onlinepublikation hier. Mein ganz herzlicher Dank gebührt meinem Ko- bzw. Hauptautor Kostas, den ich bei Gelegenheit auch einmal ohne Mailmediation kennenlernen zu können hoffe.
 
The Many Meanings of „Active Ageing“
Confronting Public Discourse with Older People's Stories, in: Recherches Sociologiques et Anthropologiques (RS&A) 44 (1), 2013, 97-115 [mit Silke van Dyk, Tina Denninger und Anna Richter].

Zum Inhalt: In analyzing the governmentality of old age inherent to the „active ageing“ paradigm, this paper tries to avoid the short-cut from program to praxis commonly being taken in governmentality studies. Moving from simple, ad-hoc illustrations of theoretical claims concerning „neoliberal“ government of old age to a systematic empirical reconstruction of what may be called the dispositif of „active ageing“, it claims to make an innovative contribution to an „empirical theory“ of governmentality. - Der Beitrag ist Teil eines teils englisch-, teils französischsprachigen, von Thibauld Moulaert und Jean-Philippe Viriot Durandal herausgegebenen Themenhefts zum Thema „Production et rapport aux normes contemporaines du viellir. Le viellissement décliné“. Zum Text des Beitrages geht es hier.
 
Gibt es ein Leben nach der Arbeit?
Zur diskursiven Konstruktion und sozialen Akzeptanz des „aktiven Alters“, in: WSI-Mitteilungen 66 (5), 2013, 321-328 [mit Silke van Dyk, Tina Denninger und Anna Richter].

Zum Inhalt: In den öffentlichen Diskursen rund um das Alter lässt sich seit geraumer Zeit eine Verschiebung des Fokus auf die aktiven und - zumindest potenziell - produktiven „jungen Alten“ feststellen. Die Alltagserzählungen älterer Menschen selbst hingegen zeigen eine relative Distanz gegenüber gesellschaftlichen Produktivitätserwartungen an das Alter. Vorherrschend sind hier Bekundungen einer selbstverständlichen nachberuflichen Aktivität, in der auch ruheständische Momente sowie Motive der Emanzipation von den Anforderungen des Erwerbsarbeitslebens ihren legitimen Platz haben.
 
Rechtfertigungsordnungen des Alter(n)s
in: Soziale Welt 63 (4), 2012, 299-315 [mit Stefanie Graefe].

Zum Inhalt: Galt das Alter lange Zeit als eine Art Restlebensphase, so wird es neuerdings zunehmend als produktive Ressource und biographisches Potenzial thematisiert. Diese diskursive Aufwertung lässt sich als eine (indirekte) Stabilisierung der kulturellen Hegemonie gehobener Mittelklassenmilieus interpretieren: Von dem Aufschwung des „aktiven Alters“ sind Distinktionsgewinne vor allem für jene Älteren zu erwarten, deren Lebensführung ohnehin bereits den produktivitätsorientierten Verhaltensidealen entspricht. Der Beitrag präsentiert qualitativ-empirische Befunde, die diese These stützen.
 
Das Anerkennungsdefizitsyndrom des Wohlfahrtsstaats
in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie 37 (Sonderheft 11), 2012, 99-115.

Zum Inhalt: Der Beitrag problematisiert die in Günter Dux' „Warum denn Gerechtigkeit?“ aufscheinende Konzeption des Wohlfahrtsstaats als institutionelles Arrangement sozialer Inklusion und Integration. Diesem Bild wird eine soziologische Analyse gegenübergestellt, die die strukturellen Anerkennungsasymmetrien zumal des deutschen Sozialstaats betont und auf den Wandel der sozialstaatlichen Ungleichheitsproduktion im Zeichen der „Aktivierung“ verweist. Als normative Leitidee zukünftiger Entwicklung plädiert der Text für einen die Beschränkungen des national-industriellen Wohlfahrtsstaatsmodells überwindenden Anerkennungsuniversalismus. - Mein Dank gilt in diesem Zusammenhang (neben zwei anonymen Gutachter/innen) Gerda Bohmann und Heinz-Jürgen Niedenzu für die Einladung zu dem diesem Sonderheft der ÖZS zugrundeliegenden Workshop mit Günter Dux - sowie für ihre große Geduld. Dass Günter Dux selbst in seinem Nachwort zu dem Band meine Analyse der aktuellen wohlfahrtsstaatlichen Transformation als politische „Neuerfindung des Sozialen“ krass missversteht - nämlich im Sinne einer soziologischen Rechtfertigung, ja Verklärung eben dieses Wandels - ist hingegen ebenso betrüblich wie, um ehrlich zu sein, unverständlich.
 
Altsein ist später
Alter(n)snormen und Selbstkonzepte in der zweiten Lebenshälfte, in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 44 (5), 2011, 299-305 [mit Stefanie Graefe und Silke van Dyk]. [Wiederabgedruckt in Der Unfallchirurg 115, 2012, 694-699.]

Zum Inhalt: Der Beitrag präsentiert Ergebnisse des soziologischen Teilprojekts einer interdisziplinären Jenaer Forschungsgruppe zu Altersübergängen. Sie deuten darauf hin, dass das gesellschaftliche Identitätsangebot des bzw. der „jungen Alten“ für die befragten älteren Menschen kaum subjektive Relevanz hat. Während das „junge Alter“ als eine unter veränderten Vorzeichen stehende Fortsetzung des Erwachsenendaseins erfahren und gedeutet wird, erscheint erst das hohe, abhängige und ggf. pflegebedürftige Alter als kaum in den eigenen Lebensplan integrierbares „Anderes“ - und damit als der eigentliche Übergang in ein „drittes“, letztes Lebensalter.
 
"Frozen Landscapes" Revisited
Path Creation in the European Social Model, in: Social Policy & Society 4 (4), 2005, 345-356.

Zum Inhalt: Der Beitrag geht auf einen Vortrag auf der denkwürdigen, ersten ESPAnet-Jahrestagung im November 2003 in Kopenhagen zurück und übersetzt die "Dynamischer Immobilismus"-These ins Europäische. In der Zeitschrift wollte ich nicht nur der Philosophie des Titels wegen veröffentlichen, sondern auch, weil sie so hübsch ist.
 
"Spätkapitalismus" revisited
Claus Offes Theorie und die adaptive Selbsttransformation der Wohlfahrtsstaatsanalyse, in: Zeitschrift für Sozialreform 50 (6), 2004, 563-583 [mit Jens Borchert].

Zum Inhalt: Der Beitrag vertritt die Ansicht, dass die frühen Schriften Claus Offes zur politischen Soziologie des "Spätkapitalismus" in der deutschen Sozialstaatsforschung sehr zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind und - entsprechend aktualisiert und ergänzt - eine bislang ungenutzte Ressource für deren Weiterentwicklung darstellen können. Zugleich der Auftakt zum inoffiziellen Offe-Jahr 2005, das von Jens Borchert und mir mit zwei einschlägigen, im Herbst erscheinenden Campus-Bänden gebührend gefeiert werden wird.
 
Assessing welfare state change
The German social insurance state between reciprocity and solidarity, in: Journal of Public Policy 23 (3), 2003, 419-441 [mit Sigrid Leitner].

Zum Inhalt: Der Artikel beruht auf einem gemeinsamen Vortrag beim Weltsoziologiekongress in Brisbane 2002. Er schlägt vor, den Wandel in der sozialen Sicherungs- bzw. Sozialversicherungslogik fortgeschrittener Wohlfahrtsstaaten als Verschiebungen im "Solidaritäts/Reziprozitäts-Mix" zu konzeptualisieren.
 
Konjunktur und Krise des "Europäischen Sozialmodells"
Ein Beitrag zur politischen Präexplantationsdiagnostik, in: Politische Vierteljahresschrift 43 (2), 2002, 272-301 [mit Andreas Aust und Sigrid Leitner].

Zum Inhalt:
Dies ist das Endergebnis einer langen und umwegreichen Auseinandersetzung mit der Frage, was denn eigentlich mit der Rede vom "Europäischen Sozialmodell" (ESM) gemeint ist. Die zentrale These lautet, dass die aktuelle Politik im Namen des ESM der sozialregulativen Philosophie desselben zuwiderläuft.
 
The Southern Image Reversed
The Dynamics of 'Transformation Dynamics' in East Central Europe, in: East Central Europe - L'Europe du Centre-Est 27 (1), 2000, 21-35.

Zum Inhalt: Dank an Julia Szalai für die Ermunterung zu diesem Beitrag. Ich vertrete hier die These, dass der gesellschaftliche Transformationsprozess in Mittel- und Osteuropa, der sich zunächst Südeuropa zum performativen Vorbild auf dem "Weg nach Westen" nahm, faktisch zur zumindest partiellen Lateinamerikanisierung der Region führen wird.
 
Transformation, déconstruction, reconstruction?
L'État social allemand en mutation, in: Lien social et politiques, N° 41, Printemps 1999, 143-151.

Zum Inhalt: Französische Fassung des Leviathan-Artikels von 1996. Die Übersetzung stammt nicht von mir. Aber ich habe mir sagen lassen, sie sei ok.
 
Umbau, Abbau, Neubau?
Der deutsche Sozialstaat im Wandel. Eine Provokation, in: Leviathan 24 (2), 1996, 208-221.

Zum Inhalt: In der Tat damals eine kleine Provokation - jedenfalls für leitende Redakteure gewerkschaftsnaher Publikationsorgane. Man störte sich an der (keineswegs neuen) Behauptung, dass der deutsche Sozialstaat eher katholisch denn sozialdemokratisch geprägt ist. Und dass die (vermutlich gut gemeinte) Sozialabbauhysterie den analytischen Blick auf den fortschreitenden Umbau des deutschen Sozialstaats verstellt.
 
España y los 'regímenes' de Estado del Bienestar
in Revista Internacional de Sociología, Tercera época, núm. 13, 1996, 147-161.

Zum Inhalt: Der Beitrag benennt die Probleme, den postautoritären spanischen Wohlfahrtsstaat anhand des Kategorienschemas Gøsta Esping-Andersens typologisch zu verorten. Zuerst als Arbeitspapier der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona erschienen (wo der Guru der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung mittlerweile selbst wirkt).
 
Zur Theorie und Empirie postautoritärer Wohlfahrtsstaaten
Die Transformation der Sozialpolitik im nachfrankistischen Spanien, in: Journal für Sozialforschung 35 (3/4), 1995, 235-257.

Zum Inhalt: Die Summe meines in Promotionszeiten erarbeiteten theoretisch-empirischen Wissens zu den Spezifika des spanischen Wohlfahrtsstaates. Erschienen in einer meiner damaligen Lieblingszeitschriften, die kurz danach leider ihr Erscheinen eingestellt hat. (Meines Wissens hat das eine aber nichts mit dem anderen zu tun.)
 
Wohlfahrtsstaatliche Regulierung und die Strukturierung von Lebensläufen
Zur Selektivität sozialpolitischer Interventionen, in: Soziale Welt 46 (1), 1995, 51-69.

Zum Inhalt: Dies ist der Versuch, meine im Graduiertenkolleg "Lebenslauf und Sozialpolitik" erworbenen lebenslauftheoretischen Kenntnisse mit Gøsta Esping-Andersens Typologie dreier "Welten des Wohlfahrtskapitalismus" zu verknüpfen. Stefan Huf meint, dies sein mein bester Artikel gewesen. Das will ich aber nicht hoffen.
 
"Three Worlds of Welfare Capitalism" - oder vier?
Strukturwandel arbeits- und sozialpolitischer Regulierungsmuster in Spanien, in: Politische Vierteljahresschrift 35 (2), 1994, 224-244.

Zum Inhalt: Meine allererste Veröffentlichung, gewissermaßen die Quintessenz meiner Dissertation zum Thema. Der Titel spricht glaube ich für sich selbst. Das Manuskript wurde noch mit WordPerfect und Courier 12-Schrift erstellt. Tempi passati.
 


Prof. Dr. Stephan Lessenich - Institut für Soziologie - LMU München | Home arrow Publikationen arrow Aufsätze
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