Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Soziologie
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Zeitschriftenartikel
co2-Preis jetzt - sozialverträglich und verursachergerecht
in: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik (ZfWP) 68 (2), 2019, 141-148 [mit Jörg Lange].

Zum Inhalt: „Vorbemerkung: Für einen effektiven Klimaschutz bedürfte es einer durchgreifenden Veränderung der Produktions- und Konsumweisen in den hochindustrialisierten Ländern. Eine CO2-Bepreisung ist mithin kein Ersatz für eine umfassende sozial-ökologische Transformation. Als kurzfristig realisierbare, wirtschaftlich tragbare und daher mittlerweile politisch konsensfähige Maßnahme stellt sie jedoch ein unabdingbares Einstiegsprojekt für eine solche Transformation dar.“
 
Going native
Die bipolare Politik mit der sozialen Ungleichheit, in: Sozial Extra 3/2018, 34-37.

Zum Inhalt: Politisch-soziale Parolen und Programme nach Art von „America first“ machen derzeit nicht nur in den USA und nicht nur bei selbstverliebt-chauvinistischen Staatslenkern Furore. Sondern ganz genauso auch in Europa und in Deutschland, unter „neuen“ Rechten wie liberalen Ökonomen, im Milieu der bereuenden Ex-Kosmopolit*innen und auf der politischen Linken. (Auch wenn man Letzteres nicht mehr ungestraft sagen darf.) Querbeet findet eine nativistische Wende statt, im Zuge derer der Sinn für den ewigen Wert der Heimat und die verlorene Würde der Einheimischen wiederentdeckt wird. In den Sinnhorizont dieser Wende (und jetzt sag ich es doch wieder) gehören auch jene Positionierungen, die programmatisch gegen Konkurrenz und Solodarisierung antreten, zugleich aber praktisch Ressentiments befeuern und Ausgrenzung befördern.
 
Grenzen des Wachstums
Die Politik mit dem „Potenzial“ und ihre Widersprüche, in: Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe (ZJJ) 28 (4), 2017, 308-313.

Zum Inhalt: Sozialstaatliche Politik ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur in Deutschland einer „aktivierenden“ Wende unterzogen worden, die im Kern darauf zielt, die bestehenden gesellschaftlichen Arbeitskraftreserven zu mobilisieren. In diesem Zusammenhang ist der Aufstieg einer neuen sozialpolitischen Leitsemantik zu beobachten: der Semantik des „Potenzials“. Der Beitrag widmet sich den Hintergründen und Widersprüchen einer Politik, der es unter diesem Leitbegriff - und analog zur modernen Logik der Naturbeherrschung - darum zu tun ist, tendenziell sämtliche Humanressourcen einer ökonomisch profitablen Verwertung zuzuführen.
 
Soziologische Phantasie - heute
Die Welt zu Gast bei „Freunden“, in: Soziologie 46 (2), 2017, 160-172.

Zum Inhalt: Mit etwas Verzögerung, aber pünktlich zum Abtritt als DGS-Vorsitzender: Das leicht überarbeitete und um einige Literaturhinweise ergänzte Manuskript meines Eröffnungsvortrags zum 38. Kongress der DGS in Bamberg. Das war am 26. September 2016, und der doppelte Verweis auf den hundertsten Geburtstag von C. Wright Mills ist in diesem zeitlichen Kontext zu lesen. Inhaltlich geht es um ein nochmaliges Plädoyer für eine Soziologie, die sich den „öffentlichen Angelegenheiten“ verpflichtet fühlt. So wie Mills es tat. Sein Aufruf, mehr „soziologische Phantasie“ zu wagen, ist heute aktueller denn je: Es gilt, die konstitutive Verbindung zwischen „personal troubles“ und „public issues“ herzustellen und zu erhellen.
 
„Weil wir es uns leisten können“
Wie und warum wir über die Verhältnisse anderer leben, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 61 (11), 2016, 91-102.

Zum Inhalt: A rising tide lifts all boats: Dieses in den frühen 1960er Jahren durch John F. Kennedy popularisierte Fortschrittsmotto und Beruhigungsmantra für die wohlstandskapitalistische Gesellschaft ist heute unglaubwüdrig geworden. Der Wohlstandskapitalismus hat die innergesellschaftlichen Ungleichheiten zuletzt nicht mehr abmildern können, sondern tendenziell verschärft. Und weltgesellschaftlich gesehen hat er den Globus im 20. Jahrundert tatsächlich überschwemmt - mit Überfluss hier und Überflutungen dort. Diese Fluten kommen nicht etwa nach uns: Die Sintflut ist schon da, gleich neben uns. - Eine von Albrecht von Lucke ganz hervorragend zusammengestellte Kurzversion des zweiten Kapitels von Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis. Herzlichen Dank dafür - und für die Aufnahme in die illustre Runde der Beitragenden zum Jubiläumsheft der Blätter.
 
Nach der Arbeit sollst Du ruhen?
Das neue Testament des Alters. In: Ästhetik & Kommunikation 45 (166/167), 2015, 13-16.

Zum Inhalt: Wenn die Negation des Alters mit der Apologie der Aktivität eine Liaison eingeht, dann ist es wohl - zumindest im Bereich der Ideologieproduktion - bereits angebrochen, das nächste Zeitalter des neuen Menschen: immer alterslos und niemals arbeitslos.
 
Soziologische Forschung zur Sozialpolitik
Geschichte, Institutionalisierung, Herausforderungen. In: Deutsche Rentenversicherung 70 (1), 2015, 53-61 [mit Ursula Dallinger und Ilona Ostner].

Zum Inhalt: Bericht über den Stand der Institutionalisierung der soziologischen Sozialpolitikforschung an deutschen Universitäten. Um es vorwegzunehmen: Es sieht nicht gut aus. - Dank an Stephan Leibfrieds unnachahmliche Art, durch individuelles Leid kollektives Wohl zu produzieren (bzw. produzieren zu lassen).
 
Die Externalisierungsgesellschaft
Ein Internalisierungsversuch, in: Soziologie 44 (1), 2015, 22-32.

Zum Inhalt: Always look at the bright side of life: Singen Sie das doch bei Gelegenheit mal wahlweise dem gehetzt klingelnden Paketauslieferer an der Haustür, einem unter freiem Himmel schlafenden Flüchtling in München oder Ihrer persönlichen Näherin aus Bangladesch ins Gesicht. Sie werden sich bestimmt freuen. - Marginal überarbeitete Fassung meines Vortrags zur Eröffnung des 37. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie „Routinen der Krise - Krise der Routinen“ in Trier. Dank an die gesamte Truppe von Monty Python, insbesondere an John Cleese aka Reg.
 
Einfach nicht totzukriegen
Das Alter in der „alternden Gesellschaft“, in: MERKUR. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken 68 (5), Nr. 780, 2014, 453-460.

Zum Inhalt: Die gesellschaftspolitische Konstellation der „alternden Gesellschaft“ ist zutiefst widersprüchlich: Die aus der vermeintlichen Berechenbarkeit des demographischen Wandels geborene Angst vor der Unberechenbarkeit einer „gealterten“ Gesellschaft produziert das unbändige Verlangen nach der Konstruktion einer berechenbaren Gesellschaft der ewig „Jungen“. Doch die assimilatorische Feier der „jungen Alten“ bringt in einem klassisch performativen Akt eben das hervor, was sie verzweifelt zu negieren sucht: das Andere des „jungen“ Alters, nämlich das „alte“ Alter - oder, ganz einfach: das Alter. Dieses, gesellschaftlich einfach nicht totzukriegen, durchkreuzt die neue, gedachte und gewollte Ordnung einer alterslos alternden Gesellschaft.
 
Soziologie - Krise - Kritik
Zu einer kritischen Soziologie der Kritik, in: Soziologie 43 (1), 2014, 7-24.

Zum Inhalt: Es handelt sich hier um die erweiterte und übersetzte Fassung meines im August 2013 unter dem Titel „What's Critique Got to Do With It? Crisis, Sociology and Change“ gehaltenen Eröffnungsvortrags zum 11. Kongress der European Sociological Association (ESA) „Crisis, Critique and Change“ in Torino. Dies ist work in, oder genauer noch, on progress - es gilt weiter nachzudenken, eine in diesem Sinne sehr instruktive Anregung von Sven Opitz konnte ich in der Kürze der Zeit zum Beispiel leider nicht mehr einarbeiten. Mein Dank gilt Georg Vobruba dafür, mich zu der Übersetzung zu ermuntern. Langsam könnte man mit den einschlägigen Beiträgen der letzten Jahre in der Soziologie wohl einen schönen Sammelband zusammenstellen.
 
Gleiche Lebenschancen für alle
Alte und neue Herausforderungen des Sozialstaats, in: Praxis Politik 3-2013, 4-8.

Zum Inhalt: Dies ist der „Basisbeitrag“ zu einem sehr empfehlenswerten Themenheft zur Sozialpolitik, dem - ganz unabhängig von meinem eigenen Text - eine breite und intensive Nutzung im Schulunterricht zu wünschen wäre (eine Übersicht über die weiteren Beiträge findet sich hier). Mein Dank für die sehr umsichtige Betreuung und Bearbeitung meines Beitrags gilt Petra Beckmann-Schulz. Und einen herzlichen Gruß an dieser Stelle auch an Jan Weber, in Erinnerung an alte Göttinger Zeiten.
 
Der Sozialstaat als Erziehungsagentur
in: Aus Politik und Zeitgeschichte 49-50/2012, 55-61.

Zum Inhalt: Der moderne Sozialstaat ist eine gesellschaftliche Erziehungsagentur. Seit den Anfängen der kapitalistischen Wirtschaftsformation ist er eine aktive Instanz der Sozialisierung der Subjekte im Sinne der kapitalistischen Handlungsrationalität. In seiner neuen, jüngsten Gestalt als „aktivierender“ Sozialstaat spielt er eine zentrale Rolle bei der politischen Produktion und Reproduktion von dem flexiblen Kapitalismus angepassten, kontextangemessen handelnden Aktivbürgern als ökonomisch-soziale Produktivsubjekte. - Mit Verlaub, aber das musste mal gesagt werden... und dies auch Online, und zwar hier.
 
Die blühenden Landschaften des Alters
Ein Zivilisationsversprechen am Ende, in: XING 22, 2012, 24-31 [mit Tina Denninger, Silke van Dyk und Anna Richter].

Zum Inhalt: Gekürzte und redaktionell kommentierte Fassung unseres „Altersaufwertung als Farce“-Artikels aus dem Mittelweg 36 - ergänzt um schöne Schwarzweiss-Aufnahmen altersblühender In- und Exterieurs... Und überhaupt: Ein intellektuell wie ästhetisch sehr ansprechendes Kulturmagazin, das da in Linz produziert wird. Ein Dank an das dortige Büro für Kultur- und Wissenschaftskommunikation ebenso wie an das Hamburger Institut für Sozialforschung für die Aufwärmung und zugleich Aufwertung dieses Beitrags!
 
Zonen des Übergangs
Dimensionen und Deutungsmuster des Alterns, in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 44 (5), 2011, 289-290 [mit Klaus Rothermund].

Zum Inhalt: Einleitungsbeitrag zu dem Themenschwerpunkt, der die Ergebnisse der vier Teilprojekte des interdisziplinären Jenaer Forschungsprojekts „Zonen des Übergangs“ präsentiert. Neben der Soziologie waren Arbeitsgruppen aus der Erziehungswissenschaft, Psychologie und Psychosozialen Medizin beteiligt. Einen herzlichen Dank an Clemens Tesch-Römer als Wegbereiter und Berater in dieser Sache.
 
Die „Aufwertung" des Alters
Eine gesellschaftliche Farce, in: Mittelweg 36 19 (5), 2010, 15-33 [mit Tina Denninger, Silke van Dyk und Anna Richter].

Zum Inhalt: Ein Blick auf den „altenfreundlichen“ Altersdiskurs der vergangenen 25 Jahre fördert Bemerkenswertes zutage: dass das gesellschaftlich adressierte Alter faktisch auf die rentennahen Altersgruppen zusammenschrumpft; dass dieses Alter in doppelter Weise als „andersartig“ konstruiert und damit in seiner vermeintlichen Aufwertung zugleich abgewertet wird; dass schließlich die Mobilisierung der Potenziale des Alters als große Gemeinwohlförderungsveranstaltung selbstbestimmter Mitverantwortlichkeit gefeiert wird - ein Bild, das offenkundig weder Verlierer kennt noch Widersprüche oder kritische Fragen duldet. Alles ist also angerichtet: für die gesellschaftliche Farce von der schönen neuen Alterswelt. - Zur PDF-Datei des Beitrags geht es hier.
 
Die Potenziale des Alters und die Soziologie
in: Mittelweg 36 19 (5), 2010, 8-14 [mit Silke van Dyk].

Zum Inhalt: Der kurze Beitrag behauptet, dass das zeitdiagnostische, sozialtheoretische und gesellschaftskritische Potenzial einer Soziologie des Alter(n)s - jedenfalls hierzulande - noch bei weitem nicht ausgereizt ist. Insofern müsste gewissermaßen die Gesellschaft in die Altersforschung Einzug halten - und das Alter als Strukturkategorie (in) der Gesellschaftsforschung etabliert werden. In beiden Fällen gilt: ein langer Weg - auf geht's!
 
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