Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Soziologie
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80801 München
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vorherige Semester
Geringfügige Beschäftigung und alltägliche Lebensführung
Qualitatives Forschungspraktikum (MA) – Wintersemester 2016/17 

Inhalt: Im Forschungspraktikum werden eigenständige qualitativ-empirische Untersuchungen zur Bedeutung von geringfügiger Beschäftigung im Kotext alltäglicher Lebensführung durchgeführt. Teilnahmevoraussetzung ist die vorherige Belegeung des Seminars zu fortgeschrittenen qualitativen Methoden („Arbeit als soziologische Schlüsselkategorie?“) im Sommersemester 2016.
 
Sozialstrukturanalyse
Vorlesung (BA) – Wintersemester 2016/17 

Inhalt: Moderne Gesellschaften zeichnen sich durch ihre hochgradig differenzierte Sozialstruktur aus. Zugleich stehen sie seit jeher in einem grundsätzlichen Spannungsverhältnis von normativem Gleichheitsanspruch und faktischer Ungleichheitsproduktion. Die Vorlesung behandelt zum einen die sozialstrukturellen Merkmale der deutschen Gesellschaft im historischen und internationalen Vergleich. Zum anderen befasst sie sich mit den Institutionen und Mechanismen der Ordnung und Strukturierung sozialer Ungleichheiten im nationalen wie globalen Maßstab. Sie versteht sich insofern auch als eine Einführung in die politische Soziologie sozialer Ungleichheit im 21. Jahrhundert.
 
Spätkapitalismus, Postdemokratie, Neoliberalismus: Politische Soziologie der Krisendeutungen
Seminar (BA) – Sommersemester 2016 

Inhalt: Krisendiagnosen sind (mal wieder) schwer angesagt. Ihre Attraktivität besteht in der plakativen Deutung aktueller politischer Tendenzen. Genau darin besteht allerdings auch ihr Problem. Häufig werden einmal in der Diskussion etablierte Deutungen gar nicht mehr hinterfragt, sie beginnen ein Eigenleben zu führen und werden als gegeben hingenommen. So ist etwa die unwiderstehliche Allgegenwart des „Neoliberalismus“ selbstverständlich, der sich ganz offenbar überall durchgesetzt hat und von dem anscheinend alle infiziert sind - außer merkwürdigerweise diejenigen, die jeweils über ihn sprechen. Ebenso ist die „Postdemokratie“ eine wie selbstverständlich kolportierte Deutung, die bei näherem Hinsehen schon weniger überzeugend erscheint. „Post-“, „Neo-“ oder auch „Spät-“ sind typische Vorsilben, die kombiniert mit einem allgemeinen und damit notwendig immer auch vieldeutigen sozialwissenschaftlichen Konzept wie Kapitalismus, Demokratie oder Liberalismus einen neuen, manchmal eben auch fragwürdigen Bedeutungsgehalt ergeben. Wie kommen solche Deutungen zustande? Warum sind sie so wirkungsmächtig? Wie setzen sie sich durch?
 
Arbeit als soziologische Schlüsselkategorie?
Seminar (MA) – Sommersemester 2016 

Inhalt: Mitte der 1980er Jahre waren viele Sozialwissenschaftler/innen der Überzeugung, dass die Arbeitsgesellschaft nicht nur in einer Strukturkrise stecke, sondern womöglich gar an ihr historisches Ende gelangt sei. Arbeit, so hieß es damals häufig, sei nicht länger das strukturierende Zentrum des individuellen und gesellschaftlichen Lebens - und daher auch keine Schlüsselkategorie soziologischer Gegenwartsanalyse mehr. Während sich das „Ende der Arbeitsgesellschaft“ empirisch als eine offensichtliche Fehldiagnose erwies, hat die soziale Tatsache der Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten als strukturierendes Zentrum soziologischer Analyse in der Tat an Bedeutung verloren. Die Veranstaltung zielt auf eine Wiederbelebung des soziologischen Sinns für die gesellschaftliche Zentralität der Arbeit und nimmt wichtige Tendenzen ihres gegenwärtigen Wandels in den Blick.
 
Externalisierungsgesellschaft
Master-Kurs im Kontextstudium der Universität St. Gallen – Wintersemester 2015/16 

Inhalt: Die Veranstaltung beschäftigt sich mit der Diagnose, dass die Funktions- und Legitimationsfähigkeit demokratisch-kapitalistischer Gesellschaften maßgeblich auf der zumindest teilweisen Externalisierung der Risiken und Nebenwirkungen, Kosten und Verwerfungen ihres sozioökonomischen Entwicklungsmodells beruht. Die Konstitution und Reproduktion desselben ist nur zu verstehen im Kontext des globalen Ausbeutungs- und Ausschließungszusammenhangs, innerhalb dessen sich die Entwicklungsdynamik dieser Gesellschaften vollzieht. Die Veranstaltung legt die theoretisch-konzeptionellen Grundlagen für eine entsprechende, historisch-relational operierende Gesellschaftsanalyse und illustriert die Externalisierungsthese anhand von drei gesellschaftlichen Feldanalysen (zu Care Work, Migrationsregimen und Klimabilanzen).
 
Die Regierung des Alters
Übung (MA) – Wintersemester 2015/16 

Inhalt: Wir leben in einer Zeit der weitreichenden Transformation des Sozialen: In Wirtschaft und Politik setzt sich ein Menschenbild durch, das von jedem Einzelnen erwartet, sich flexibel und vorsorgend, selbsttätig und eigenverantwortlich zu verhalten. Diese neue politische Ökonomie der Aktivgesellschaft greift zunehmend auch auf bislang davon verschonte Lebenssphären und -phasen über. So ist die politische Porgrammformel des „active ageing“ längst auch zu einem Teil der Regierung des Alters geworden: der Fremd- und Selbstbeschreibung älterer Menschen ebenso wie der materialen und symbolischen Durchdringung ihrer Lebenswelt. Das Seminar thematisiert den historischen Wandel von Altersbildern, Alterspolitiken und Alterspraktiken mit besonderem Fokus auf die jüngere Vergangenheit. Es zielt auch auf die kritische Diskussion empirischer Befunde aus eigener qualitativ-empirischer Forschung.
 
Transformations of the Welfare State
Seminar (MA) – Wintersemester 2015/16 [in englischer Sprache]

Inhalt: The state is one of the „big structures“ (Charles Tilly) characterizing and distinguishing modern societies. The institutions and interventions of the welfare state govern these societies' public life and, at the same time, mold the everyday lives of their „ordinary“ citizens. The welfare state is an active force in structuring social inequality and in ordering social relations. As such, it is not a static structure, but is undergoing permanent - mostly path-dependent - change over time. The seminarf deals with the most recent changes in Western welfare state arrangements, following the competing (but often complementary) conceptualizations developed in comparative research over the last two decades: recommodification and marketization, defamilialisation and remoralization, Europeanization and globalization. The seminar's guiding question will be if all these processes of change, taken together, make up for a substantial transformation of modern „welfare capitalism“ (Gösta Esping-Andersen).
 
Das Politische an (und in) der Soziologie
Seminar (BA/MA) – Wintersemester 2015/16 [mit Armin Nassehi]

Inhalt: Die moderne Gesellschaft konstituiert sich als politische Gesellschaft: Im Bewusstsein ihrer Gestaltbarkeit weiß sie auch um die Entscheidbarkeit des Sozialen - was gesellschaftlich der Fall ist, wäre immer auch anders möglich. Deshalb waren die Selbstbeschreibungen der Gesellschaft - und sind es wohl bis heute - maßgeblich politische Beschreibungen: Es geht um kollektiv bindende oder jedenfalls annehmbare Entscheidungen gesellschaftlicher Gestaltung sowie um deren Legitimation, Kritik und möglicherweise Revision. Welche Rolle kommt in diesem sozialen Geschehen der Soziologie zu? Wie beobachtet sie das Politische der Gesellschaft? Und inwiefern ist sie, als Teil ihres Gegenstands, selbst „politisch“ - aus eigener Entscheidung oder womöglich wider Willen? Das Seminar beschäftigt sich mit diesen Fragen in einer streng dialogischen (manchmal aber vielleicht auch doppelmonologischen) Form konstruktiver Kontroverse.
 
Globale soziale Ungleichheiten
Seminar (MA) – Sommersemester 2015

Inhalt: Soziale Ungleichheiten sind immer relational: Positionen am „oberen“ oder „unteren“ Ende, in der „Mitte“ oder an den „Rändern“ der Sozialstruktur lassen sich nur in wechselseitigem Bezug aufeinander bestimmen. Aber auch für die Dynamiken sozialer Ungleichheit gilt: Soziale Auf- und Abstiege, gesellschaftliche „Entwicklung“ und „Unterentwicklung“ stehen in komplexen Bedingungsverhältnissen zueinander. Das Seminar stellt eine solch relationale Perspektive in den Mittelpunkt der Betrachtung von sozialen Ungleichheiten im Weltmaßstab. Dabei soll deutlich werden, dass die Lebenschancen der einen, global gesehen, viel mit den Lebensbedingungen der anderen zu tun haben - und die sozialen Konflikte der Zukunft sich an eben diesen Ungleichheitsbeziehungen entzünden werden. 
 
Wohlfahrtsstaaten im Vergleich
Übung (BA) – Sommersemester 2015

Inhalt: Der Wohlfahrtsstaat ist nicht nur eine Ansammlung von Einrichtungen zur Produktion und Verteilung von Sozialleistungen. Der Wohlfahrtsstaat ist die spezifische Form der Vergesellschaftung westlicher Industrienationen nach dem Zweiten Weltkrieg - und in diesem Sinne ein Mechanismus der Strukturierung sozialer Ungleichheit, der Gestaltung individueller und kollektiver Lebenschancen, der Anerkennung und Abwehr sozialer Inklusionsansprüche, der Regulierung wechselseitiger Unterstützungsbeziehungen. Der Wohlfahrtsstaat gestaltet „Gesellschaft“ - doch er tut dies, historisch und im Ländervergleich betrachtet, auf durchaus unterschiedliche Weise. Das Seminar soll das Verständnis für die gesellschaftliche Relevanz wohlfahrtsstaatlichen Handelns schärfen und nimmt typische Modelle und national spezifische Varianten wohlfahrtsstaatlicher Vergesellschaftung in den Blick.
 
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Prof. Dr. Stephan Lessenich - Institut für Soziologie - LMU München | Home arrow Lehre arrow vorherige Semester
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